Abgesehen davon, dass es gar nicht so leicht ist, überhaupt einen Psychotherapieplatz zu bekommen, ist es trotzdem enorm wichtig, sich im Vorfeld ein Bild davon zu machen, was da auf Sie zukommt. Prüfen Sie bitte genau, ob Sie sich vorstellen können, mit dem gewählten Therapeuten/ der gewählten Therapeutin eine längerdauernde Arbeitsbeziehung einzugehen.
Dazu sind die sogenannten "probatorischen Sitzungen" da: meist zwei bis vier Therapiestunden, in denen Sie sich gegenseitig kennenlernen, von sich erzählen, die Therapieziele erarbeitet und abgestimmt werden. Erst danach wird der eigentliche Therapieantrag gestellt.
Hören Sie dabei auf Ihr Bauchgefühl:
- Können Sie genug Vertrauen aufbauen, um offen von sich und Ihren Schwierigkeiten zu berichten?
- Passt die Art des Miteinanders zu Ihren Bedürfnissen? (manche Psychologen geben sehr wenig Feedback und lassen Sie berichten, andere sind sehr aktiv im Herangehen. Was brauchen Sie?)
- Werden Ihre Fragen beantwortet?
Die zu Ihnen passende Persönlichkeit des Therapeuten spielt für das Gelingen Ihrer Psychotherapie eine größere Rolle, als die Therapierichtung, die er bzw. sie vertritt. Nicht selten höre ich Berichte von Patienten über zurückliegende Therapien, in denen sie sich nicht gut aufgehoben und verstanden gefühlt haben, und sich trotzdem nicht getraut haben, ihre Bedenken zu äußern. Denken Sie bitte daran, ein Therapeut begleitet Sie auf einem Veränderungsprozess, für den Sie der wahre Experte sind! Geben Sie Ihre Eigenverantwortung nicht an der Praxistür ab. Womit ich auch mit dem Vorurteil aufräumen möchte, Psychotherapeuten könnten Gedanken lesen! ;)
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